Das Einstein-Podolsky-Rosen(EPR)-Paradoxon, ursprünglich in der Physik formuliert, um nichtlokale Korrelationen zwischen verschränkten Teilchen zu beschreiben, wird in der Bewusstseinsforschung analog verwendet, um Berichte über statistische Fernkorrelationen zwischen menschlichen Gehirnen zu beschreiben. Grinberg-Zylberbaum et al. (1994) berichteten über die ersten statistisch signifikanten Ergebnisse dieser Art und beschrieben übertragene Potentiale, die nichtlokale Gehirn-zu-Gehirn-Korrelationen zwischen physisch getrennten Probanden zu belegen schienen — Befunde, die als vorläufige Stütze für die Hypothese angeboten werden, dass großskalige Hirnaktivität Prozesse quantenhafter Natur einschließen könnte, nicht als gesichertes Ergebnis. Dieser Befund wurde nicht mit strenger Methodik unabhängig repliziert und bleibt eine umstrittene Minderheitsposition in Neurowissenschaft und Physik; er wird hier als Hypothese vorgestellt, die das PSI Research Center weiterhin testet, nicht als etabliertes Phänomen.
Nachfolgende Forscher haben vorgeschlagen, dass mikrobiologische und psychophysische Prozesse im menschlichen Gehirn eine großskalige, nichtlokale Informationsverarbeitung unterstützen könnten. Zwei komplementäre — und weitgehend ungeprüfte — Hypothesen haben diese Forschungsrichtung geprägt. Das Penrose-Hameroff-Modell schlägt vor, dass Mikrotubuli innerhalb von Neuronen eine Form der Quantenberechnung unterstützen könnten. Die mit Karl Pribram assoziierte Holonome Hirntheorie schlägt stattdessen vor, dass Gedächtnis und Kognition als holographische Speicherung und Berechnung innerhalb der elektromagnetischen Interferenzmuster des Gehirns organisiert sind. Keine der beiden Hypothesen hat einen experimentellen Konsens erreicht, doch beide motivieren die empirische Fragestellung dieses Forschungsprogramms: ob die als nichtlokale EPR-Korrelationen beschriebenen Anomalien eine rationale, physiologisch begründete Grundlage für informell als Telepathie bezeichnete Phänomene bilden könnten.
„Übertragene Potentiale, die nichtlokale Gehirn-zu-Gehirn-Korrelationen zwischen physisch getrennten Probanden belegen."
— Grinberg-Zylberbaum, Delaflor, Attie & Goswami, 1994
Methodik
Dual-EEG-Protokoll
Die EPR-Hypothese mit quantitativer Präzision zu untersuchen erfordert ein duales elektroenzephalographisches Versuchsdesign. Im am PSI Research Center verwendeten Protokoll sitzt ein Teilnehmer mit geschlossenen Augen in einem schalldichten, magnetisch abgeschirmten Faraday-Käfig; der zweite Teilnehmer — in der Regel der Praktiker — befindet sich in einem nicht abgeschirmten Raum oder in einem zweiten Faraday-Käfig, um gewöhnliche elektromagnetische Interferenzen zwischen beiden zu minimieren.
Die Analyse konzentriert sich auf die Topologie des interzerebralen Netzwerks: Phasensynchronisation (oder neuronale Synchronie), Kohärenz und interzerebrale Konnektivität zwischen dem Praktiker-Proband-Paar. Zwei Indizes werden zur Quantifizierung dieser Beziehungen verwendet — der Phasensperrwert (PLV), ein Standardmaß für Phasensynchronisation, und die partiell gerichtete Kohärenz (PDC), ein aus dem Granger-Kausalitätsprinzip abgeleiteter spektraler Schätzer, der die gerichtete Einflussnahme bzw. den Konnektivitätsfluss zwischen Signalpaaren charakterisiert. Beide sind erforderlich, um einen Datensatz zusammenzustellen, der die Hypothese unter strenger statistischer Prüfung stützen — oder widerlegen — kann.
Arbeitsdefinition
Psychische Fähigkeiten
In diesem Forschungsprogramm wird ein psychischer Zustand vorläufig definiert als eine Bedingung, bei der eine messbare Wirkung, die von einem Gehirn — dem der psychisch begabten Person oder des Praktikers — ausgeht, in einem zweiten Gehirn oder in umgebenden Wellen oder Materie feststellbar ist. Diese operationale Definition ist bewusst eng gefasst: Sie beschränkt den Untersuchungsgegenstand auf Effekte, die grundsätzlich instrumentell erfassbar und falsifizierbar sind, statt auf den subjektiven Bericht allein.
Forschungsdesign
Versuchsaufbau
Das Versuchsprotokoll liegt an der Schnittstelle von Psychophysik und kognitiver Neurowissenschaft. Sein Design orientiert sich an einem Arbeitsmodell erweiterten Bewusstseins, der Hypothese nichtlokaler Vorkommnisse zwischen Gehirnen und den praktisch verfügbaren Mitteln, ein solches Vorkommnis zu messen — vor allem transkranielle Magnetstimulation (TMS) und Dual-EEG-Aufzeichnung. Apparatur und Protokoll werden in den Abschnitten Forschungsachsen und Wissenschaftliche Ausrüstung dieser Website näher beschrieben.